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In Fülle SEIN ohne Geld |

Heidemarie Schwermer
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Gütesiegel für Kollaboration:
Lektor  Grafiker  


Herausgeber Heidemarie Schwermer
Co-Produzenten * A * K *
Litogo
Preis 0,00 €
Verfügbar als pdf,mobi
Bewertung
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Rezensionen Keine Rezension
Publiziert am 22.09.2009
FSK ab einem Alter von 0
Größe 1.83 MB
Sprache Deutsch
Seitenanzahl 403 Seiten

Genre:
Humor
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Spannung
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Erotik
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Wissen
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Kultur
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Klappentext

Liebe LeserInnen,
mein zweites Buch erscheint auf Litogo und auf meiner Homepage , damit es kostenlos im Netz gelesen oder ausgedruckt werden kann. Es wäre mir eine Freude, Meinungen , Anregungen oder Vorschläge zu dem Manuskript zu erhalten und dann eventuell noch etwas zu verändern. Mails werden meistens von mir beantwortet.
Ich habe einige Namen in den von mir im Text zitierten Mails auf Wunsch geändert.
An dieser Stelle möchte ich mich bei meinen FreundInnen ganz herzlich bedanken, die mir oftmals ein offenes Ohr geliehen haben und mich dadurch sehr unterstützten.
Viel Freude beim Lesen!

Leseprobe

11 Jahre Leben ohne Geld - ein ganz besonderes Jubiläum

Als ich vor elf Jahren (1996) den Entschluss fasste, eine Zeit lang ganz aufs Geld zu verzichten, hätte ich niemals für möglich gehalten, dass Leben so sein kann, wie es sich mir jetzt präsentiert: Abenteuerlich, freudvoll und spannend. Aus dem angedachten einem Jahr sind elf geworden und das Experiment hat sich längst in eine neue Lebensform gewandelt. Keineswegs hat damals eine Notwendigkeit für mich bestanden, diesen Schritt zu vollziehen. Meine Praxis als Psychotherapeutin ernährte und erfreute mich. Dennoch gab ich sie auf, kündigte die Mietwohnung, die Krankenversicherung und verschenkte allen Besitz, um mein Lebensideal umzusetzen, von dem ich schon solange träumte. Eine Welt ohne Geld, in der die Menschen liebevoll miteinander umgehen und sich gegenseitig unterstützen. Diese Idee wollte ich nur kurzfristig ausprobieren, als Experiment sozusagen, weil eine dauerhafte Einrichtung in „ein Leben ohne Geld“ mir unmöglich erschien. Danach wollte ich von vorn beginnen mit einem kleinen Zimmer, ein paar zahlenden Klienten und schrittweise in meinen alten Lebensstandard zurückkehren. Bei meinem selbständigen Beruf würde das kein Problem sein, zumal ich schon Erfahrung darin und einige Male einen Abschluss mit entsprechendem Neubeginn getätigt hatte in der Vergangenheit. Nach meinem Studium beispielsweise machte ich einen Schnitt, ging auf eine Weltreise, von der ich nach einem Jahr in die Heimat und somit in die alten Strukturen zurückkehrte.
Diesmal war alles anders, denn durch den Tauschring hatte ich mir eine Basis geschaffen, um ohne Angst mein Experiment durchzuziehen. In einem Tauschring spielt Geld nämlich gar keine Rolle mehr, weil hier die Teilnehmer mit der eigenen Dienstleistung „bezahlen“. Haare schneiden gegen Babysitten, Auto reparieren gegen Fenster putzen, wobei sich nicht unbedingt zwei TauscherInnen ergänzen sondern dritte hinzugezogen werden können. Nun möchte ich nicht verhehlen, dass diese Art des Umgangs einige Probleme mit sich brachte. Wollte ich anfangs deshalb hauptsächlich den ewigen Nörglern den Wind aus den Segeln nehmen, die mir ständig in den Ohren lagen mit negativen Äußerungen über Unzuverlässigkeiten der Teilnehmer im Tauschring, die ja ohne Bezahlung kein wirkliches Interesse hätten, wuchs ich so nach und nach in etwas hinein, das mich mit großer Freude erfüllte. Die Abschaffung des Geldes bescherte mir eine Öffnung in Kreativität, wie ich sie vorher nicht kannte. Das Tauschen und Teilen, wie es normalerweise nur unter Freunden und Verwandten geschieht, ließ mich neue Fähigkeiten an mir selber entdecken, neue Interessen aufspüren, was eine Bereicherung und Fülle im Alltag darstellt.
Der Tauschring hatte sich als gewinnbringendes Unternehmen für alle Beteiligten entpuppt, auf dem sich etwas aufbauen ließ. Die Idee, für eine Zeit meinen Lebenstraum umzusetzen, konnte so Gestalt annehmen und mir eines Tages die nötige Kraft zum Handeln geben, was Entsetzen bei meinen Freunden und Verwandten auslöste, die mich in einer Gosse landen sahen, aus der es kein Entkommen geben würde. Obdach- und Heimatlosigkeit führe automatisch ins Verderben, gäbe es sonst so viele heruntergekommene Menschen in unserer Gesellschaft? Und die Hungernden, die qualvoll den Tod erlebten, seien die nicht Beweis genug für ein unwürdiges Leben ohne Geld? Nein, dieser von mir gewählte Weg führe in die falsche Richtung. Besser wäre das Hineindenken in einen finanziellen Reichtum, denn Geld sei doch nichts Schlechtes. Im Gegenteil, mit Geld ließe sich viel Gutes tun, und es sei einfach notwendig für unser Überleben. Die meisten Menschen trachteten deshalb nach starken Finanzen, was in zahlreichen Büchern behandelt wird. Unverständnis oder Bewunderung für meinen Mut begleiten mein Tun seit Beginn, selten fordert es zur Nachahmung auf. Die Abschaffung des Geldes wird automatisch mit Armut gleichgesetzt, mit Verzicht, Verlust, keineswegs mit dem großen Gewinn, den ich erlebe. Hatten meine Diskussionspartner vor meinem Experiment den Satz: „Heutzutage kann niemand freiwillig ohne Geld leben“ als Hauptargument verwendet, änderten sie ihn später in: „Ja du kannst es, weil deine Kinder groß sind und du keine Verantwortung tragen musst. Aber für mich und die Gesellschaft ist das absolut nichts.“
Ich jedoch bin davon überzeugt, dass mein Modell übertragbar ist auf eine ganze Gesellschaft, wenn die Menschen bereit sind, wach und aufmerksam durchs Leben zu gehen, ihren Fokus auf andere Werte zu lenken. Dann nämlich können wir paradiesische Zustände erzielen, in denen die heutige Diskrepanz zwischen Arm und Reich aufgehoben und ein Ausgleich geschaffen wird. Nicht Naivität lässt mich die Schrecknisse ausblenden, die uns durch die Medien präsentiert werden, sondern meine langjährige Erfahrung. Sie ließ mich in etwas hineinwachsen, was meiner Vorstellungskraft zuvor nicht zugänglich war.
Es ist das Wissen um eine neue Daseinsform, die nichts mehr mit dem Ausgeliefertsein zu tun hat, in dem wir uns normalerweise befinden. Wir können unsere Opferhaltung aufgeben, um als tatkräftige Wesen miteinander zu kommunizieren. Es ist das Gefühl einer neuen Leichtigkeit in mir, der Leichtigkeit des Seins. Sie hat zu tun mit der Aufgabe meiner Ängste, Sorgen und anderer Gefühle, die mich lange Zeit blockierten oder mich in das Stöhnen über die Zustände in der Welt mit einstimmen ließen. Damit möchte ich nicht behaupten, dass nun alle Probleme in meinem Leben beseitigt sind und ich still vor mich hinlächelnd durch die Gegend laufe. Es gibt immer wieder einmal Augenblicke des Zweifelns, wenn ich mich vom Lebensfluss abtrenne mit zu viel vorgestellten Ideen. Dann nämlich verstelle ich mir die Leichtigkeit, mit der die Dinge geschehen möchten. Oft handelt es sich dabei um ungeduldiges Eingreifen in etwas, was mir nicht zusteht. Jeden da zu lassen, wo er oder sie gerade steht, kein Tempo vorzugeben, sondern geduldig anzubieten und abzuwarten, ist die Kunst bei dem neuen Weg. Auf der anderen Seite geht die Welt immer mehr zugrunde, unzählige Menschen spüren eine Verzweiflung ohne Ausweg in sich und der Alltag zeigt sich in einem grauen Gewand. In meinem neuen Lebensmodell gäbe es Ansätze für die Auflösung dieser Hoffnungslosigkeit, die sich breit macht und zäh wird. Aber missionieren möchte ich nicht und auch niemandem etwas überstülpen, ein Dilemma, in dem ich mich manchmal befinde, wenn die Ungeduld mich packt.
Um mich daraus zu befreien, schreibe ich dieses Buch. Hier geht es unter anderem darum, auf den Punkt zu bringen, worin die neue Lebensqualität besteht, denn dass sie größer ist als früher, steht außer Frage. In meinem ersten Buch, dem „Sterntalerexperiment“*1 beschreibe ich meinen eigenen Weg mit allen Konsequenzen. Auch jetzt steht mein persönliches Leben im Mittelpunkt. Diesmal jedoch nicht nur das Wie und Warum meines Wirkens sondern mehr die Schlussfolgerung, das Ergebnis, das sich im Laufe der letzten Jahre herausgezeichnet hat. Außerdem biete ich Übungen an, die meine LeserInnen in ihr Leben transformieren können. Sie müssen selbstverständlich nicht sofort ausgeführt werden, falls sie den Lesefluss unterbrechen, können ganz weggelassen werden, wie es beliebt.
Die eingefügten, zu entsprechenden Themen passenden Mailkontakte mit anderen Menschen, dokumentieren meinen Wunsch nach Gemeinsamkeit. Die Mailkontakte spielen eine große Rolle in meinem Alltag, weil ich durch sie in den Themen weitergeführt und zu neuen Erkenntnissen gebracht werde. Dieser Austausch zeigt mir immer wieder, dass ich mit den Gedanken nicht allein dastehe, dass es schon eine Bewegung in bestimmte Richtungen gibt, die vielleicht noch nicht allgemein sichtbar ist, jedoch eine Basis bildet, auf der wir aufbauen können.
Das Ringen um eine Lebensform, die genau zu uns passt, ist nicht immer einfach und manchmal unbequem, aber letztendlich führt es uns in ein Leben mit Tiefgang, das gelassen macht und Glück beschert. Darum geht es in diesem Buch, herauszufinden, welche Schritte erforderlich sind, um in unsere Kraft zu kommen und dadurch ein erfülltes Leben zu führen. Geschichten aus meinem Alltag sollen anregen und Impulse geben. Heute muss ich mir weder Gedanken um eine passende Unterkunft machen noch über angemessene Ernährung. Auch die Kleiderfrage spielt keine tragende Rolle. Alles ergibt sich von selbst. Was ich brauche, kommt zu mir, ohne große Anstrengung. Diese Unabhängigkeit und Freiheit, auf die ich auch in Zukunft nicht mehr verzichten möchte, ist sicherlich übertragbar auf andere Suchende, die sich vom Lebensfluss tragen lassen wollen.
Die letzten Jahre gaben mir genügend Zeit zum Lernen von neuen Verhaltensweisen. Über die Anpassung und Unterordnung, nicht immer angenehm für mich, aber doch aushaltbar, lernte ich meine wirklichen Bedürfnisse kennen, übte das Neinsagen, mich Abgrenzen und zahlreiche Notwendigkeiten für das neue Sein in Freiheit, wovon ich in den nächsten Kapiteln ausführlicher berichten werde.
Zu Beginn möchte ich einen Mailkontakt mit einer jungen Frau vorstellen, die über Jahre nach ihrer eigentlichen Bestimmung sucht und mich daran teilhaben lässt. Ihre Höhen und Tiefen, die sie unumwunden ausdrückt, zeigen auf, wie schwierig der Prozess des Loslassens sein kann und Rückfälle vorprogrammiert scheinen.

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